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Resilienz: Was ist die „mentale Stärke“?

Resilienz: Was ist die "mentale Stärke"?

Viele Menschen haben aktuell Probleme, Sorgen oder Stress. Jeder geht auf seine eigene Weise damit um und hat Lösungen entwickelt. Im Beruf, privat, und generell im Alltag nehmen Stress und Probleme für viele Menschen zu. Doch wie geht man gut mit diesen Problemen um? Diese Frage stellen sich viele Menschen, ob Handwerker, Sachbearbeiter oder Forscher. Daher geht es heute in unserem Blog um Resilienz.

Resilienz ist eines der „Trendwörter“ und bedeutet etwas vereinfacht gesagt psychische Widerstandsfähigkeit.  Wikipedia schreibt dazu auch: „In der Medizin bezeichnet Resilienz auch die Aufrechterhaltung bzw. rasche Wiederherstellung der psychischen Gesundheit während oder nach stressvollen Lebensumständen und wird als Ergebnis der Anpassung an Stressoren definiert.“[1]

Psychologen definieren Resilienz als den Prozess der Anpassung z. B. an

  • Widrigkeiten,
  • Traumata,
  • Tragödien,
  • Bedrohungen oder
  • erhebliche Stressquellen wie Familien- und Beziehungsprobleme, schwerwiegende Gesundheitsprobleme oder Stress am Arbeitsplatz und finanziell.

So sehr Resilienz das „Zurückprallen“ von diesen schwierigen Erfahrungen beinhaltet, kann es auch tiefgreifendes persönliches Wachstum beinhalten.

Es gibt viele Aspekte Ihres Lebens, die Sie steuern, Einfluss nehmen und an denen Sie wachsen können. Das ist die Rolle der Resilienz. Wenn Sie widerstandsfähiger werden, können Sie nicht nur schwierige Umstände bewältigen, sondern auch wachsen und Ihr Leben auf diesem Weg sogar verbessern.

Besonders auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ist Resilienz ein wichtiger Faktor. Wer mit seinen Problemen umgehen und diese meistern kann, verschafft sich immer wieder aufs Neue einen Vorteil. Das Gegenteil von Resilienz ist Vulnerabilität oder Verwundbarkeit. Dies sollte im Zusammenhang dieses Artikels nicht als biologisch, sondern psychisch angesehen werden. Wichtig ist auch zu verstehen, was Resilienz NICHT ist: Resilienz ist kein Weg, Probleme zu lösen – denn das ist nicht immer im gegebenen Rahmen möglich – sondern, damit erfolgreich umzugehen.

Resilienz ist erlernbar!

Psychisch widerstandsfähig zu sein, ist nicht unbedingt etwas, womit man einfach geboren wird. Im Laufe der Zeit können Menschen resilient werden, wenn sie Problemen auf eine bestimmte Art und Weise begegnen und sich davon nicht beherrschen lassen. Kontraproduktiv ist beispielsweise, über alle möglichen negativen Auswirkungen einer Sache nachzudenken und vor allem, sich diese dann auszumalen. Das erzeugt Stress, der oft unbegründet ist – entweder, weil das Szenario gar nicht eintritt, oder weil es anders eintritt und man entsprechend anders reagiert.

Zum Aufbau von Resilienz gibt es einige hilfreiche Faktoren, die beim Bewältigen von Problemen von großer Bedeutung sind:

  • Intelligenz/Kreativität: hilft, kreative Lösungen zu finden
  • Optimismus: schafft Vertrauen und legt den Fokus auf ein positives Resultat
  • Extrovertiertheit: extrovertierte Menschen gehen eher auf andere Menschen zu. Das hilft einerseits, weil diese bei der Lösung helfen können. Und andererseits, sich über das Thema auszutauschen, abzulenken und eine andere Sichtweise zu erhalten.

So finden Sie zu Ihrer Resilienz

Wie beim Muskelaufbau erfordert die Steigerung Ihrer Belastbarkeit Zeit und Training. Wenn Sie sich auf vier Kernkomponenten konzentrieren – Verbindung, Wohlbefinden, gesundes Denken und Bedeutung -, können Sie schwierigen und traumatischen Erfahrungen standhalten und daraus lernen. Verwenden Sie diese Strategien, um Ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Widrigkeiten zu erhöhen und aus den Schwierigkeiten herauszuwachsen.

Diese Kernkomponenten lassen sich auch als Fragen formulieren:

  • Was wird von diesem negativen Ereignis beeinflusst und was nicht? (Verbindung)
  • Inwieweit wirkt es sich tatsächlich auf mein Wohlbefinden aus? (Wohlbefinden)
  • Was kann ich tun, um dem entgegenzuwirken oder auf einem anderen Weg zum Ziel gelangen? (gesundes/positives Denken)
  • Was bedeutet das für mich und meine Situation? (Bedeutung)

Die letzte Frage soll dabei nicht egoistisch klingen – aber im Rahmen von persönlicher Resilienz geht er zuerst um die Person selbst.

Was Sie tun können

Folgend geben wir einige Tipps, wie Sie auf eine positive Art mit ihren Problem oder auch Stress umgehen und diese angehen können. Oft klingen die Ansätze vergleichsweise einfach, haben aber eine verblüffende Wirkung.

Bauen Sie Ihre Verbindungen auf

Priorisieren Sie Beziehungen. Wenn Sie sich mit einfühlsamen und verständnisvollen Menschen verbinden, können Sie daran erinnert werden, dass Sie inmitten von Schwierigkeiten nicht allein sind.

Egal, ob Sie mit Ihrem Ehepartner eine wöchentliche Verabredung haben oder ein Mittagessen mit einem Freund planen: versuchen Sie, Prioritäten zu setzen, um wirklich mit Menschen in Kontakt zu treten, die sich um Sie kümmern und umgekehrt.

Einer Gruppe beitreten

Neben persönlichen Beziehungen stellen einige Menschen fest, dass die Tätigkeit z. B. in Vereinen soziale Unterstützung bietet und ihnen helfen kann.

Fitness und Wellness fördern

Das Sprichwort „Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper“ ist auch anwendbar auf die psychische Gesundheit und den Aufbau von Resilienz. Das liegt daran, dass Stress genauso physisch wie emotional ist. Durch positive Lebensstilfaktoren wie richtige Ernährung, ausreichend Schlaf, Flüssigkeitszufuhr und regelmäßige Bewegung können Sie Ihren Körper stärken, um sich an Stress anzupassen und die Belastung durch Emotionen wie Angstzustände oder Depressionen zu verringern.

Sinn finden

Anderen helfen: Beispielsweise indem Sie einfach einen Freund in seiner eigenen Notzeit unterstützen, können Sie einen Sinn für Ziele entwickeln und das Selbstwertgefühl fördern, indem Sie sich mit anderen Menschen verbinden und anderen greifbar helfen.

Proaktiv sein: Es ist hilfreich, Ihre Gefühle in schwierigen Zeiten anzuerkennen und zu akzeptieren, aber es ist auch wichtig, selbst ins Handeln zu kommen: „Was kann ich gegen ein Problem in meinem Leben tun?“ Wenn die Probleme zu groß erscheinen, um sie anzugehen, zerlegen Sie sie in überschaubare Teile.

Fazit

Viele Menschen kämpfen aktuell auch aufgrund der Coronapandemie und ihren Auswirkungen mit Problemen, Widerständen oder einfach Stress. Jeder geht unterschiedlich damit um und hat meist über die Jahre auch eigene Techniken entwickelt, damit umzugehen.

Der Vorteil von Resilienz ist, dass sie erlernbar ist und unabhängig von der Problemstellung einen Weg liefert, an den man sich halten kann. Resilienz gibt den Menschen die Kraft, Probleme direkt anzugehen, Widrigkeiten zu überwinden und mit ihrem Leben fortzufahren.

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Resilienz_(Psychologie)#cite_note-1

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